TV-Programm aufnehmen mit USB-Stick oder Festplatte: So geht’s!

Gepostet von am 4. November 2015

Der eigene Fernseher wird heute immer häufiger sehr vielseitig genutzt. Das berühmte Stichwort hierzu heißt Smart-TV und beschreibt Endgeräte, die neben der Wiedergabe des Fernsehprogramms auch einen Internetzugang ermöglichen und USB-Anschlüsse aufweisen. Laut einer Studie verfügte im Jahr 2014 bereits jeder vierte Haushalt in Deutschland über ein Smart TV.

Viele Smart-TVs können standardmäßig das TV-Programm aufnehmen und auf USB-Stick oder Festplatte abspeichern. (Und Ja, es gibt tatsächlich immer noch Sendungen, die sich aufzunehmen lohnen!) Doch die Materie ist etwas komplizierter als gedacht. Dieser Ratgeber zeigt auf, wie das USB-Recording funktioniert, welche Hürden existieren und was Nutzer dabei beachten sollten.

USB Stick

USB-Recording erfolgt nur äußerst selten über einen USB-Stick. Der Grund liegt in der eher geringen Speicherkapazität. Für kurze Aufzeichnungen sind sie jedoch durchaus verwendbar.

Voraussetzungen

Eignet sich mein Fernseher für USB-Recording?

Bevor USB-Recording in Erwägung gezogen wird, sollte man erst einmal schauen, ob der eigene TV die Aufnahme per USB unterstützt. Hierzu kann man entweder in der Bedienungsanleitung nachschlagen oder mal im Menü des Fernsehers stöbern. Die Funktion, die ihr sucht, heißt höchstwahrscheinlich entweder PVR (Personal Video Recorder) oder DVR (Digital Video Recorder). Das Vorhandensein eines USB-Ports am Fernseher ist schonmal ein gutes Indiz für die Unterstützung der USB-Aufnahme, aber leider keine hinreichende Bedingung.

Bei den meisten Fernsehern wird die Aufnahmefunktion sofort aktiviert, sobald eine kompatible Festplatte oder USB-Stick an den USB-Port angeschlossen wird. Im Zweifelsfall also einfach mal ausprobieren.

Hinweis: In einigen Fällen kann es sein, dass die Hersteller der TV-Geräte die PVR-Funktion per Firmware deaktiviert haben. In diesem Fall ist eine Aktivierung über die Firmware durchaus möglich. Eine ausführliche Erläuterung hierzu findet sich am Beispiel von Samsung TV-Geräten auf www.pcwelt.de. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, keine zu starken Veränderungen vorzunehmen, da dies den Garantieanspruch gefährden kann.

 

Ist jeder USB-Stick und jede Festplatze für die TV-Aufnahme geeignet?

Grundsätzlich ja. Allerdings gibt es speziell bei USB-Sticks in der Praxis mindestens zwei Probleme: Zum einen ist die Speicherkapazität der Sticks häufig begrenzt, sodass sich das TV-Programm entweder nur sehr kurz oder in geringerer Qualität aufnehmen lässt. Zum anderen treten bei USB-Sticks häufiger Kompatibilitätsprobleme mit dem Fernseher auf. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die im Vergleich zu Festplatten zum Teil stark eingeschränkte Lese- und Schreibgeschwindigkeit, mit der USB-Sticks die Daten verarbeiten. Ist die Geschwindigkeit zu gering, funktioniert die Aufnahme mit dem Fernseher nicht.

Für Festplatten hingegen gibt es keine speziellen Anforderungen. Seid euch nur darüber im Klaren, dass die Festplatte vom Fernseher neu formatiert wird und somit alle bisher darauf gespeicherten Daten verloren gehen. Wählt ein ein Modell mit ausreichend Speicherplatz (>200 GB), das ihr exklusiv zum Aufnehmen des TV Programms verwenden wollt (siehe unten).

Normalerweise werden 2.5″-Festplatten über den USB-Anschluss ausreichend mit Strom versorgt.  Wenn dies nicht der Fall ist, muss ggf. über ein Y-Kabel Strom von einem zweiten USB-Anschluss angezapft werden oder ein separates Netzteil zum Einsatz kommen.

Benötigte Speicherkapazität für die Aufnahme des TV-Programms:

Speicherbedarf pro Film (100 Min)…

…in HD-Qualität: 7,5 – 10 GB
… in SD-Qualität: 1,5 – 3,5 GB

TV-Programm aufnehmen per USB: Wie funktioniert es konkret?

Wenn euer Fernseher USB-Recording unterstützt, ist die Aufnahme des TV-Programms selbst ganz simpel. Es sind dann lediglich folgende Schritte zu erledigen:

  1. USB-Aufnahmegerät anschließen

Die große Stärke von USB-Festplatten, Recordern und USB-Sticks liegt darin, dass sich diese im Normalfall ganz einfach anschließen lassen. Einfach das Verbindungskabel in die USB-Buchse des Fernsehers oder Recievers stecken. Das Gerät wird im Normalfall automatisch vom Smart TV erkannt.

  1. Aufnahmen programmieren

Jedes Gerät mit PVR- oder DVR-Funktion verfügt über einen sogenannten Programm-Guide. In dem Menü kann die Aufnahme der gewünschten Sendungen programmiert werden. Ist die Programmierung abgeschlossen, wird diese zum Termin der Ausstrahlung ausgeführt.

  1. Aufnahmen wiedergeben

Die aufgenommenen TV-Sendungen lassen sich entweder im Hauptmenü oder im speziellen USB-Aufnahme-Menü finden und können abgespielt werden.

 

Mein Fernseher unterstützt kein USB-Recording. Was kann ich tun?

Wenn euer Fernseher selbst keine Möglichkeit des USB-Recording bietet, könnt ihr immer noch über einen sogenanten Festplattenrecorder das TV-Programm aufnehmen. Festplattenrecorder haben sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und bieten heute eine ganze Reihe an Funktionen, die das Leben beim USB-Recording einfacher machen. Der Aufnahmevorgang wird hierbei nicht durch den Fernseher gesteuert, sondern durch den Festplattenrecorder. Doch was ist dabei wirklich wichtig? Auf https://www.vergleich.org/festplattenrecorder/ werden aufschlussreiche Informationen zur Verfügung gestellt. Demnach sind vor allem folgende Merkmale beim Kauf zu beachten:

Wichtige Merkmale für HD-Festplattenrecorder:

Merkmal Empfohlene Leistung des Festplattenrecorders
Speicher Gute Festplattenrecorder sollten heute ca. 500 Gigabyte bis 1 Terrabyte Speicherkapazität aufweisen.
Anschlüsse Neben dem Standardanschlüssen wie HDMI und USB ist vor allem ein CI (CI +)-Anschluss sehr hilfreich.
Twin Tuner Ein Twin Tuner sorgt dafür, dass ein Programm aufgenommen werden kann, während der Nutzer sich ein anderes parallel anschaut.
Quellen Nicht jeder Festplattenrecorder ist für jede Art TV-Programm geeignet. Einige Geräte zeichnen nur Kabelfernsehen auf, andere Modelle sind nur für Fernsehen per Satellitenempfang geeignet.
Timeshift Die Timeshift-Funktion erlaubt es dem Nutzer, bei einer Live-Sendung zu pausieren und später an der gleichen Stelle weiterzuschauen. Das Ganze ist während der Aufzeichnung möglich.

Wer sich für einen USB-Festplattenrecorder interessiert, sollte beim Kauf also auf verschiedene Merkmale achten. Natürlich stellt sich auch die Frage nach der gewünschten Bildqualität. Heute werden jedoch immer mehr Festplattenrecorder auf Blu-ray-Niveau angeboten, die häufig auch Aufnahmen in 4k (4 mal so hohe Auflösung wie bei Full HD= Ultra HD) ermöglichen.

Was ist sonst noch zu beachten?

In Bezug auf USB-Recording sind zusätzlich einige Aspekte zu bedenken, die mitunter zu Schwierigkeiten führen können. Aus diesem Grund werden diese nun etwas genauer erklärt:

  1. USB-Datenträger werden formatiert

Wer eine USB-Festplatte oder einen USB-Stick zur Aufnahme des TV-Programms via PVR nutzen möchte, kann das jeweilige Gerät nicht mehr anderweitig verwenden. Die Aufzeichnungsmodule werden vom TV-Gerät formatiert und können im Normalfall ausschließlich auf dem jeweiligen TV-Gerät genutzt werden. Häufig ist nicht einmal eine Verwendung in einem baugleichen Fernseher möglich. Dies liegt am Kopierschutz und soll die unautorisierte Weitergabe entsprechender Aufzeichnungen verhindern. Wer den USB-Stick oder die Festplatte wieder anderweitig verwenden möchte, kann dieses am PC erneut formatieren. Dabei gehen jedoch die gespeicherten Daten verloren.

  1. HD+ Aufnahmen sind durch Verschlüsselung häufig eingeschränkt

Mittlerweile ist es auch möglich, verschiedene Sender in HD+ zu empfangen und damit von einer besonders hohen Bildqualität zu profitieren. In Bezug auf die Aufnahme des Programms in HD+ gibt es jedoch mitunter gewisse Einschränkungen. Während das Ganze bei den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern kein großes Problem darstellt, beschränken einige Privatsender die Aufnahme durch unterschiedliche Maßnahmen.
HD+ USB Aufnahme problematisch

Aufnahmen in HD+ sind aufgrund von Beschränkungen durch die Sender problematisch.

So lassen sich die Aufnahmen nur einen gewissen Zeitraum nach der Aufzeichnung abspielen oder die Vorspul-Funktion ist deaktiviert. Mitunter verbieten die Sender die Aufzeichnung bestimmter TV-Formate auch ganz. Da dies leider nicht im Vorfeld ersichtlich ist, können die Nutzer dies nur durch einen Test herausfinden. In punkto Benutzerfreundlichkeit ist hier also noch Luft nach oben.

  1. Kein Spaß ohne Twin-Tuner

Eine der wichtigsten Funktionen beim USB-Recording stellt der Twin-Tuner oder Doppel-Tuner dar. Ohne einen solchen Tuner ist es nämlich nicht möglich, während der Aufnahme einer Sendung gleichzeitig einen anderen Kanal anzuschauen. Zu diesem Zweck muss der Tuner oftmals erst eingerichtet werden. Ist dies jedoch geschehen, lässt sich das Fernsehprogramm während der Aufnahme problemlos genießen.

Wiedergabequellen – wo liegen die Unterschiede?

Anders als bei den Fest­plattenrekordern können die meisten Fernseher nur das TV-Programm des eingebauten digitalen TV-Receivers mitschneiden – also digitales Fernsehen per Satellit (DVB-S), Kabel (DVB-C)  oder Antenne (DVB-T). Jede Wiedergabequelle hat dabei gewisse Eigenheiten, die für die Aufnahme von Bedeutung sein können und in nachfolgender Tabelle aufgeführt sind:

Wiedergabequellen und ihre Eigenheiten:

Eigenschaft Satellit (DVB-S) Kabel (DVB-C) DVB-T
HD möglich? öffentlich-rechtliche Sender problemlos möglich, Privatsender oft nur verschlüsselt (gegen Aufpreis durch HD+-Karte nutzbar) öffentlich-rechtliche Sender problemlos möglich, Privatsender oft nur verschlüsselt (gegen Aufpreis nutzbar) aktuell kein HD möglich (wird erst mit DVB-T 2 nutzbar)
SD möglich? ja, nahezu alle Programme ja, nahezu alle Programme ja, nahezu alle Programme
Senderauswahl sehr große Senderauswahl (je nach Empfang) Senderauswahl auf den Kabelanbieter beschränkt eher beschränkte Senderauswahl
Kosten einmalig hohe Anschaffungskosten, danach keine weiteren Gebühren keine Anschaffungskosten, dafür eine monatliche Gebühr einmalig moderate Kosten, danach keine weiteren Gebühren
Voraussetzungen Satellitenantenne (die berühmte Schüssel), Verbindungskabel, passender Receiver passender Receiver DVB-T Antenne, Receiver

Fazit

Mit einem modernen Smart-TV ist das Aufnehmen des TV-Programm per USB relativ einfach und komfortabel geworden: Die Bildqualität ist heute um Welten besser als Aufnahmen zu Zeiten der alten VHS-Technologie. Noch dazu geht es (theoretisch) leicht von der Hand: Eine freie Festplatte an den USB-Anschluss des Fernseher geklemmt, den digitalen Programmguide ausgewählt und schon geht’s los.

In der Realität erscheint die Aufnahmeprozedur jedoch oft komplizierter und die Tücken liegen im Detail, was auch an vielen rechtlichen Hürden durch Hersteller und TV-Sender liegt. Gerade im Bereich HD+ kann es passieren, dass einige Sender entsprechende Programm-Aufnahmen verweigern oder an eigene Bedingungen knüpfen.

Im Zweifelsfall empfiehlt sich zunächst ein Test der Aufnahmefunktion des eigenen Fernsehers anhand eines freien USB-Sticks oder einer temporär nicht genutzten USB-Festplatte. Wenn alles klappt, kann man immer noch in bessere Hardware mit mehr Speicherplatz investieren.

Bildquellen:

Abbildung 1 USB-Stick: steinchen (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Abbildung 2 HD-Monitor: ClkerFreeVectorImages (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

HDMI Guru Links

​Noch Fragen?

Schreibt in die Kommentare unten, wir antworten in der Regel innerhalb weniger Stunden.

DIESEN ARTIKEL TEILEN

FacebookTwitterGoogle+
  • Monika Grimmer

    Kann man auch Filme aufnehmen wenn der Fernseher ausgeschaltet ist.

    • Das komm auf den Fernseher an. Manche Geräte, z.B. Samsung beherrschen die Aufnahme im ausgeschalteten Zustand. Wobei ausgeschaltet relativ ist: Natürlich muss der Fernseher vor der Aufnahme im Standbymodus sein. Bild und Ton werden während der Aufnahme jedoch dann nicht ausgegeben.

  • Moritz Herbers

    Verständlich. Irgendwie ist die Technik ja im ständigen Wandel, sodass es durchaus schwer ist, hinterherzukommen.

    • Ja das stimmt. Aber hier spielen auch viele Interessen eine Rolle. Allen voran die der Hifi-Industrie und die der Content-Produzenten ;-)

  • Jonas Müller

    Ich finde diesen Artikel sehr gut, sehr informativ – hat mir geholfen!