Erste Monitore mit HDMI 2.0 sind raus – ein Überblick

Gepostet von am 22. Dezember 2014

Acer, Asus und Dell lieferten sich ein Wettrennen bei der Einführung der ersten Computer-Bildschirme mit Unterstützung für HDMI 2.0. Diese Monitore kommen mit einer maximal möglichen Ultra-HD-Bildauflösung von 4.096×2.160 Pixel und 60 Hertz-Darstellung auf den Markt.

UHD (4K) Monitore mit HDMI 2.0 auf dem Samsung Euro Forum 2014

UHD (4K) Monitore mit HDMI 2.0 auf dem Samsung Euro Forum 2014 Bildrechte: Flickr UHD (4K) monitors Kārlis Dambrāns CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Die 4K-Schnittstelle ist seit der Präsentation der neuesten UHD-Fernsehgeräte auf der IFA 2014 in aller Munde. Nun folgen nach und nach auch die ersten Computermonitore mit dem HDMI-2.0-Standard.

In den Startlöchern steht der erste UHD-LCD-Monitor mit HDMI 2.0 von Acer. Ab Mitte Dezember ist das Modell S277HK mit einem 27 Zoll großen IPS-Panel (68,6 cm) erhältlich. Acer hatte diesen Monitor zusammen mit der WQHD-Monitor H257HU in Pressemitteilungen im September angekündigt. Über das letztere Modell liegen jedoch bisher keine weiteren Informationen vor. Der Acer S277HK hat dafür einiges zu bieten: Der sRGB-Farbraum soll zu 100 Prozent abgedeckt sein, das IPS-Panel soll mit einer 10-Bit-Farbunterstützung daherkommen. Die Auflösung beläuft sich auf 3.840 × 2.160 Bildpunkte bei einem Seitenverhältnis von 16:9. Neben dem HDMI-2.0-Anschluss sind jeweils noch ein DisplayPort 1.2, ein Mini-DisplayPort und ein DVI-Anschluss als Videoeingänge beim Acer S277HK verfügbar.

Der Acer S277H-Monitor ist erst der dritte Computerbildschirm, der mit HDMI-2.0-Support aufwarten kann. Noch vor Acer brachten Dell und Asus bereits eigene Modelle heraus. Der gebogene UltraSharp U3451W von Dell steht seit Ende November in den Regalen. Mit dem 34-Zoll-AH-IPS-Display ist der Dell U3451W um einiges größer als der neue Acer. Die Auflösung beträgt 3440 x 1440 Bildpunkte im 21:9-Kinoformat. 21:9 ist übrigens das höchstmöglich Maß, das von HDMI 2.0 unterstützt wird. Über HDMI 2.0 hinaus gibt es am Acer U3451W 1.2 DisplayPort, Mini-DP- und MHL-Anschluss. Was die Ergonomie betrifft, kann der Dell-Monitor gegenüber dem Acer-Monitor – der lediglich geneigt werden kann – mit Höhenverstellbarkeit, Neigen und Schwenken punkten.

Der Asus PA328Q ist mit 32 Zoll eine Nummer kleiner als der UltraSharp U3451W. Vorgestellt wurde der neue Ultra-HD-Monitor der Asus ProArt-Linie für den (semi-)professionellen Einsatz erstmals auf der Computex im Juni 2014. Verkaufsstart war im November. Die Auflösung des Asus PA328Q liegt bei 3.840 × 2.160 Bildpunkten bei einem Seitenverhältnis von 16:9. Wie beim Acer S277H ist der Farbraum komplett abgedeckt, ebenso gibt es eine 10Bit-Unterstützung und ein Panel mit IPS-Technik. Weitere Anschlüsse nach HDMI 2.0 sind jeweils DisplayPort 1.2 und Mini-DP sowie zweimal HDMI 1.4.

Wie bei allen Ultra HD Displays, die momentan auf dem Markt sind, leiden allerdings auch diese Modelle (noch) unter den Anfangskrankheiten von 4k: Echte Ultra HD-Inhalte sind bislang Mangelware, Windows-Menüs werden zum Teil extrem klein dargestellt und Softwarehersteller verlangen Extra-Gebühren für 4K-Updates. Ob man mit diesen Problemen leben kann und ob einem die Mega-Auflösung solche Einschränkungen wert ist, muss letztlich im Moment jeder für sich selbst beurteilen.

HDMI-Kabel und Grafikarten für 2.0

Wer sich mit einem der Monitore mit HDMI-2.0-Konnektivität ausstatten möchte, braucht nicht nach speziellen HDMI-2.0-Kabeln suchen. Es sind keine neuen Kabel für HDMI 2.0 vorgesehen, Stecker und Buchse der bisherigen HDMI-Schnittstelle bleiben erhalten. Damit keine Probleme bei der Übertragung der 4K-Videosignale auftreten, sollte man Highspeed-Kabel verwenden. Worauf man beim Kauf von HDMI-Kabeln achten muss, erläutern wir in diesem Artikel.

Recht klein fällt bisher die verfügbare Palette an HDMI-2.0-Grafikkarten aus. Gegenwärtig sind nur Nvidias GeForce GTX 970 und GeForce GTX 980 auf die neue Schnittstelle ausgelegt. Beide Grafikkarten können UHD-Auflösungen von 3840 x 2160 Bildpunkten bei 60Hz ausgeben. Bei den Karten fehlt allerdings noch die HDCP-2.2-Unterstützung.

Fazit: Sollte man sich jetzt schon einen 4K Monitor kaufen?

Hohe Auflösung und brillante Bilddarstellung sind verlockend. Dennoch raten wir momentan den meisten Nutzern noch abzuwarten. Viele Softwares unterstützen 4K noch nicht zu 100% (einschließlich Windows, siehe z.B das Problem mit den kleinen Menüs) oder benötigen für den UltraHD Support kostenpflichtige Updates. Auch Internetsurfen dürfte mit 4K Monitoren momentan noch kein großes Vergnügen sein, da die meisten Grafiken im Netz in Standardauflösung (72dpi) vorliegen und damit auf den großen Displays entweder verschwommen oder ziemlich klein dargestellt werden. Auf absehbare Zeit werden diese Probleme sicherlich gelöst werden – spätestens dann, wenn die Preise für 4K Monitore fallen und mehr Nutzer auf das Format wechseln. Fallende Preise für 4K Monitore sind auf absehbare Zeit zu erwarten. Wir raten daher: Besser im Moment die Angebote beobachten und noch nicht kaufen!

Wie sieht’s bei euch aus? Wann kommt bei euch neue Hardware für HDMI 2.0 ins Haus? Oder glaubt ihr, das ist überflüssig? Postet eure Meinung in die Kommentare!

PS: Besucht auch einmal die HDMI Guru Profilseite im Beammachine Webverzeichnis. Dort gibt es auch immer regelmäßig Neuigkeiten von uns!